Lughnasadh: Ritual und Räucherwerk...

20.07.2018 08:30

Ritual-und-Raeuchern-an-Lughnasadh

Die jahreszeitliche Energie lässt uns an Lughnasadh, auch Lammas genannt, den Sommer in seiner ganzen Kraft noch spüren. Doch es ist auch deutlich: Was nicht voll ausgereift ist, kann man nicht ernten. Nur dort, wo die heiße Sonne die Früchte zur Reife brachte, können Samen entstehen. Beides steht uns vor Augen: Fülle wie Leere, Licht wie Schatten.

Wir würdigen jetzt das, was die Seele wärmt und nährt: die tiefe Liebe zu einem Menschen, vertraute und innige freundschaftliche Beziehungen, ein stabiles, soziales Umfeld, die tägliche Freude am Beruf und in der Arbeit, Einklang mit sich selbst, Leichtigkeit, Lachen, Fröhlichkeit. Hier leben Licht und Fülle. Doch gibt es auch unreife, überreife oder uns unangenehm aufstoßende „Früchte“, die nicht geerntet werden können. Wir müssen eine Leere aushalten, kommen aus den Schattenbereichen nicht heraus. Doch auch gilt es, die persönliche Verantwortung zu übernehmen. Die kommenden, dunklen Monate sind geeignet, um darüber nachzudenken, innerlich damit umzugehen. Was wir bereits jetzt tun können, ist – je nach innerer Bereitschaft –, die noch intensive Sonnen- und Feuerenergie zu nutzen, um einen Schnitt zu setzen.

Vielleicht hat sich für Sie herauskristallisiert, wo im Leben Sie eine Grenze ziehen oder einen „alten Zopf“ abschneiden sollten. Die Natur verdeutlicht, dass es ohne Tod kein neues Leben gibt. Auch das Leben der Ackerpflanzen wird beendet, damit sie uns als Nahrung dienen. Wird die Entscheidung zur Ernte zu lange hinausgezögert, verdirbt sie. Das altüberlieferte Sinnbild für diese Zeit und die damit verbundene Qualität ist also die Sichel, das archaische Schneidewerkzeug für die Ernte. Wenn Sie im übertragenen Sinn die Sichel in die Hand nehmen, fassen Sie sie ganz souverän. Fühlen Sie sich als Meisterin oder Meister des richtigen Schnittes. Er sollte beim ersten Mal sitzen. Mit dieser Haltung und der passenden Umsetzung, gepaart mit Wärme und Herzlichkeit, können Sie den „alten Zöpfen“ würdevoll Lebewohl sagen.

Fragen zur jahreszeitlichen Qualität
  • Bei welchen Themen brauche ich eine Entscheidung, um etwas zu beenden, damit Neues wachsen kann?
  • Von welchen Dingen oder Menschen sollte ich mich trennen – und dabei auch annehmen können, dass die Beziehung dazu nie in eine Reife gelangt?  
  • Wo – seelisch wie räumlich – will ich Licht und Luft ins dunkle Dickicht bringen?
  • Wo gilt es, nicht unbedingt den ganzen Faden zu durchtrennen, sondern ein Zuviel wegzuschneiden?
  • Wo dagegen braucht etwas noch mehr Zeit, damit es in mir zur Reife kommt?
  • Was kann ich jetzt ernten? Stimmt der Reifegrad?

Räuchern und Rituale zu Lughnasadh

Geeignete Räucherstoffe für die jetzige jahreszeitliche Kraft:  Fenchel, Rosmarin, Bernstein, Tonka, Labdanum, Dammar, weißes Sandelholz, weißer Copal weiß, Patchouli. Was Sie außerdem brauchen ist, loses, möglichst getrocknetes Marien- oder Süßgras oder eine staudenartige Räucher- und Duftpflanze. Auch Getreidehalme sind möglich. Das Pflanzengut sollte so biegsam sein, dass Sie daraus einen Zopf mit drei Strängen flechten können. Wenn das nicht möglich ist, nehmen Sie drei Bänder, kräftige Schnüre oder dicke Wollfäden, aus denen Sie einen Zopf flechten können. Darüber hinaus benötigen Sie ein scharfes Messer, eine Sichel oder Schere. Sorgen Sie für ein Feuer im Freien oder in einer kleinen Schale für Balkon und Terrasse. 

 Wenn das verbrannt werden soll, dann bitte daruf achten, dass keine Kunstfasern darin sind!!!

Ritualeröffnung

Eröffnen Sie Ihr Ritual wie üblich mit einer Abräucherung aus Salbei und rufen Sie die Kräfte herbei, von denen Sie sich Unterstützung und Begleitung wünschen. Der erste Schritt ist es, „alte Zöpfe abzuschneiden“. Nehmen Sie dafür drei Stränge Ihres Naturmaterials oder drei Bänder zur Hand und flechten Sie sinnbildlich all das hinein, was für Sie zu einem alten Zopf geworden ist. Sprechen Sie es immer laut aus, bei welchem Thema Sie jetzt einen Schnitt im Sinne von Loslassen setzen wollen. Spüren Sie, wie die überholten Themen in den Zopf eingeflochten werden – und sich in Ihnen ein Gefühl von Befreiung und Leichtigkeit ausbreitet.

Alte Zöpfe abschneiden

Im nächsten Schritt schneiden Sie den Zopf ganz bewusst in kleine Stücke und verbrennen diese einzeln im Feuer. Nehmen Sie voller Bewusstheit Abschied. Vielleicht ist ein Stück dabei, das Sie noch nicht gehen lassen können. Das Zögern oder eine gefühlte Zurückhaltung dürfen Sie ernst nehmen. Solche Stimmungen und Gefühle wollen angeschaut, angenommen und integriert sein. Gehen Sie dem Impuls nach, wenn ein Thema noch eine Weile bei Ihnen bleiben möchte.

Es kann aber natürlich durchaus sein, dass Sie den Zopf vollständig abschneiden und verbrennen. Oder es sind noch einzelne Stückchen übrig. Sie können dann nach einer gewissen Zeit in einem weiteren Reinigungsritual prüfen, ob die Zeit reif ist, auch diese loszulassen. Fragen Sie sich nach dem Grund, warum Sie daran noch festhalten mussten. Beschäftigen Sie sich konkret und mit einer klaren inneren Ausrichtung  damit. Sie können das Ritual an dieser Stelle nun beenden oder einen weiteren Schritt anschließen.

Ernten und Danken

In diesem nächsten Schritt geht es um das Ernten und Danken. Sie können als Teil des obigen Rituals einen schönen Kräuterstrauß sammeln – oder Sie haben das bereits davor getan. Der Kräuterstrauß, den Sie am Ende erhalten, stellt die Fülle Ihrer persönlichen Ernte dar. Das müssen nicht unbedingt materielle Dinge sein, die es dann bis zum Herbst zu ernten gilt, sondern kann die gesamte Palette beinhalten, die die Choreographie des Lebenslaufes widerspiegelt: von kleinen persönlichen Veränderungen bisheriger Verhaltensmuster und dem Überwinden ungeliebter Gewohnheiten bis hin zu Veränderungen am Arbeitsplatz, Wohnort oder in Beziehungen. Vielleicht ist es Ihnen gelungen, Ihre Ernährungsgewohnheiten zu verändern oder Sie haben endlich bei einem Kurs teilgenommen, der sie schon lange interessiert hat. Auch die ersten Schritte zählen, die getan worden sind, um beispielsweise ein ungeliebtes Arbeitsumfeld zu verlassen: Sie haben die Fühler ausgestreckt und schauen sich nach einem anderen Job um oder haben eine Fortbildung begonnen, um die Chancen auf einen Arbeitsplatzwechsel zu erhöhen. Möglicherweise ist Ihnen ein befruchtendes Gespräch innerhalb der Familie oder in Ihrer Beziehung gelungen, wodurch sich Rollen und eingefahrene Muster verändern konnten und Sie sich wieder mehr gesehen oder an Ihrem Platz fühlen.

Den Kräuterstrauß können Sie gut auf Ihren Jahreskreis-Altar stellen. Segnen Sie ihn vielleicht noch in einer Räucherung. Das verstärkt den seelisch-geistigen Bezug zu den jeweiligen Themen und hilft, diese im weiteren Lebensverlauf wie gewünscht zu verändern.

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