Ostereier und Hase - Wie kamen sie ins Spiel zu Ostern?

28.03.2018 09:20

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Was haben der Hase und die Ostereier mit Ostern zu tun?

Eine durchaus berechtigte Frage ist das! Solange wir uns in der Mythologie bewegen und die Frühlingsgöttin Ostara zur Frühjahrs-Tag-und Nachtgleiche, auch Äquinox genannt, als gegeben hinnehmen, ist die Antwort einfach. Ihre glücksbringenden Tiere sind die Hasen und Marienkäfer. Mit ihrer reich geschmückten Kutsche fliegt sie von Osten kommend über die Felder und verteilt dort die Eier zum Zeichen der Fruchtbarkeit.

Das Ei als Symbol des Lebens hat vielfältige Bedeutungen, die zum Teil auf das christliche Osterfest übertragen wurden. Sein symbolträchtiger Ursprung reicht jedoch bis in vorchristliche Zeit zurück. Als Lebensquelle an sich ist es Symbol für die Entstehung des Lebens. Im 4. Jahrhundert n. Chr. waren Eier bekannt als Grabbeigaben in römisch-germanischen Gräbern. Dadurch wurde der Glaube an die Wiedergeburt symbolisiert, denn aus dem beigelegten Ei entstand das neue Leben. Die Kirche übernahm den bereits bestehenden Glauben an die Kraft der Eier.

In der Fastenzeit durften keine Eier gegessen werden. Bis Ostern hatte sich also ein ordentlicher Vorrat angesammelt, der haltbar gemacht werden musste. Um die rohen von den gekochten Eiern zu unterscheiden, wurden sie eingefärbt, wobei ursprünglich die Farbe Rot für das Blut Christi stand. An Ostern wurden die Eier mit in die Kirche genommen, um sie weihen zu lassen. Ostereier zu verschenken ist erst seit dem 17. Jahrhundert Brauch. Das Verschenken ausgeblasener Eier sollte Wohlstand und Reichtum bringen.

Der Hase ist heute das wichtigste Oster-Symbol. Kurz nach Weihnachten löst er bereits die Nikoläuse im Supermarktregal ab. Seine Entstehung bietet viel Raum für Spekulationen. Aus der Zeit des Frühchristentums findet er sich als Motiv auf Mosaiken und Tonlampen. In Byzanz, der Wiege der christlichen Kirche, dient er als Tiersymbol von Jesus Christus. Außerdem soll er sinnbildlich für die Ängstlichen und Schwachen gestanden haben, die Trost und Zuflucht in der Kirche finden.

Bis ins 16. Jahrhundert geht der Brauch zurück, dass neben dem Hasen auch noch anderen Tierarten fürs Eierlegen zuständig sind. In Tirol war es die Osterhenne, in Nord- und Süddeutschland der Fuchs und in der Schweiz war es der Kuckuck. Erst ab dem 19. Jahrhundert setzte sich der Osterhase als VIP der österlichen Symboltiere durch. Im Frühjahr ließ er sich auf der Suche nach Futter vermehrt in Dörfern und Gärten sehen. Damit wurde erklärt, warum gerade er die Eier bringt und unter den Büschen versteckt. Flink wie er war, war er weitaus geeigneter für das Verteilen der Eier als die langsamen Hühner. Außerdem machten ihn seine Fruchtbarkeit und sein Paarungsverhalten in der vorösterlichen Zeit zum idealen Symbolträger für das, was jetzt allgemein in der Natur zu beobachten war, nämlich das rege Paarungsverhalten im Tierreich. Um 1800 haben wir es auch mit einer sehr romantischen und sentimentalen Welt zu tun. So wurde die Ostereiersuche zu einem nichtkirchlichen, aber familiären Festtagsbrauch. Damit scheint sich die Idee, an den Feiertagen die Kinder mit Ostereiern zu beschenken, durchgesetzt zu haben.

Für das Osterfest ist das Datum im Kirchenkalender festgelegt. Das Konzil von Nicäa hat im Jahr 325 den ersten Sonntag nach ersten Frühlingsvollmond festgelegt. Das Bezugsdatum ist der Frühlingsanfang am 21. März. Der Sonntag, der dem Vollmond nach dem 21. März folgt, ist Ostersonntag. Damit ergibt sich jedoch auch eine kleine Ungereimtheit: Jesus wird immer am 24. Dezember geboren. Tod und Auferstehung finden jedoch jedes Jahr an einem anderen Datum statt…

Mariä Verkündung als Frühlingsanfang

Am 25. März wird Maria Verkündung gefeiert als christliche Version des Frühlingsbeginns. Neun Monate vor der Geburt Christi am 24. Dezember wird Maria die bevorstehende Geburt vom Engel Gabriel verkündet. Seinen Anfang nahm das Fest als Marienfest, das auch als Frauentag in den Fasten und Marien Engelgruss bezeichnet wurde. Mariä Verkündung galt auch als Tag der Wiedergeburt des Lichts, was die Natur zu diesem Zeitpunkt ja sehr deutlich machte. Hier finden wir also wieder Spuren der einstigen Verehrung der Natur. Frühlingsbräuche wurden ausgeübt und in bestimmten Regionen galt dieser Zeitpunkt als eigentlicher Frühlingsanfang. Im 11. Jahrhundert wurde das Marienfest als weiblich geprägtes Fest jedoch verdrängt. Es wurde umgewidmet zu einem Herrenfest als Tag der Ankündigung der Geburt des Herrn. Ein weiterer Schritt zur Verdrängung alles Weiblichen aus dem kirchlich-christlichen Kontext.

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