Von Imbolc über die Darstellung des Herrn zu Mariä Lichtmess

25.01.2018 10:36

Jahreskreisfest-Imbolc-Mariae-Lichtmess-Darstellung-des-Herrn-2-Februar

Ob im keltisch-germanischen oder im christlichen Kontext:  Zu jedem Jahreskreisfest oder Festtag tun sich Fragen auf:  

  • Wie feiert man Lichtmess?
  • Was ist Maria Lichtmess überhaupt?  
  • Lichtmess, was ist das?
  • Weshalb Maria Lichtmess?
  • Welche Unterschiede gibt es zwischen Maria Lichtmess und Imbolc?
  • Warum Maria Lichtmess und nicht Imbolc?

Das Christentum und damit Maria Lichtmess hat natürlich auch einen Ursprung und eine Tradition. Wie sieht diese aus?

Begonnen hat es mit einer Sühneprozession noch im heidnischen Rom, in deren Mittelpunkt das Weihen von Kerzen stand. Diese soll jedoch nur alle 5 Jahre stattgefunden haben. Die Festmotive sind offensichtlich: Der Sonnenbogen ist größer geworden, die Sonne selbst hat bereits an wärmender Kraft zugenommen, das Ende des Winters war in Sicht, auch wenn vielleicht noch meterhoch der Schnee lag. Das stärker werdende Licht und die immer kraftvoller werdende Sonne haben die Menschen mit der licht- und lebensspendenden Kerzenflamme symbolisiert. Denn eine entzündete Kerze stand schon immer für Licht und Leben.

In den ersten Jahrhunderten nach Chr. war es im sich ausbreitenden Christentum Brauch, den erstgeborenen Sohn im Tempel dem Herrn „darzustellen“. Daraus ist am 2. Februar das Fest Darstellung des Herrn entstanden. Denn der 2. Februar war der Tag, an dem Maria erstmals seit der Geburt ihres Sohnes, nämlich 40 Tage danach – solange galt eine Frau nämlich als unrein nach der Geburt eines Knaben -, wieder an rituellen Kulten im Tempel teilnehmen durfte. Jedoch nicht ohne sich vorher einem Reinigungsritual zu unterziehen und ein Opfer, das aus einem Tier bestand, darzubringen.

Jedoch kurz zurück zu unseren keltischen Ahnen, denn dort liegt die Erklärung vom Übergang von Imbolc zur Darstellung des Herrn zu Mariä Lichtmess:

In vorchristlicher Zeit verehrten die Menschen eine Vielzahl von Göttern, darunter auch kraftvolle Göttinnen wie Brigid, die ein äußerst breites "Wirkungsspektrum" hatte. Sie hatte eine große weibliche Fangemeinde, denn ihr Schutz galt vor allem den Frauen und Kindern. Sie wurde während der Geburt angerufen und das Neugeborene wurde in ihre fürsorgende Hand befohlen. Sie sorgte dafür, dass das Herdfeuer nicht erlosch, am Abend wurden die letzten Scheite, die den Weg ins Feuer fanden, ihr geweiht. Und dank ihrer Sonnenkraft wurde sie besonders Anfang Februar verehrt, denn sie war diejenige, die die ersten wärmenden Strahlen schickte, dem Winter ein Ende machte und dem Frühling im wahrsten Sinn des Wortes, den Boden bereitete. Sie brachte Licht und Sonne, zu ihren Ehren fanden u.a. reinigende Rituale in Haus und Hof statt. Denn sie sollte ihren Schutz für das ganze Jahr ins Haus bringen, dafür wurde es vorbereitet und schön hergerichtet. Auch als Göttin für Schmiedekunst und andere Künste war sie omnipräsent bei den Menschen, ihre Inspiration und befeuernde Lebenskraft begleitete sie.

Nicht einfach also, eine dieser Göttin so stark verbundene, weibliche Anhängerschaft für ein Fest namens Darstellung des Herrn zu begeistern. Denn leider lieferte das aufkommende Christentum in seiner überwiegend männlichen Prägung keine brauchbare Alternative in Form einer weiblichen Heiligen, an die sich gerade die Frauen wenden konnten. Also wurden deren Eigenschaften, Attribute und Merkmale im Laufe der Zeit auf Maria übertragen. Sie sollte die Vielzahl weiblicher Göttinnen mit ihren unzähligen, unterschiedlichen Funktionen mehr und mehr ersetzen. Im 7. Jahrhundert nach Chr. war es vollzogen: Mariä Lichtmess löste als Festtag die Darstellung des Herrn ab. So weit so gut…

Die Lichterprozessionen und das Weihen der Kerzen zog sich jedoch ohne Unterbrechung durch. Lediglich die Motive wurden den jeweiligen Auslegungen der Feste kreativ angepasst. Waren die funkelnden Kerzen in der römischen Sühneprozession noch Ausdruck des Lebenslichtes, das sich in einen weiteren Jahreskreislauf begibt und Symbol für die  kraftvoller werdende, lebensspendende Sonne veränderte sich das bei der Darstellung des Herrn: Sie verkörperten jetzt das Licht, das Jesus mit seiner Geburt in das Dunkle der Welt brachte. Zu Mariä Lichtmess wurden dann die Kerzen geweiht, die die Familien unterm Jahr zuhause benötigten. So sollte das Licht, das Jesus Christus verkörperte, in jedes Haus einziehen und die Menschen beschützen. In Zeiten von Not und Sorge wurden diese geweihten Kerzen beim Gebet entzündet. Dies hatte für die Menschen die beruhigende Vorstellung, Jesus Christus jetzt bei sich in ihrer Mitte zu haben.

Jedoch: 1960 gab es ein Lithurgie-Reform. Man glaubt es nicht, aber in der römischen Kirche wurde Mariä Lichtmess doch tatsächlich wieder in ein sogenanntes Herrenfest umgewandelt. Bis heute unverändert. Tja, was soll man dazu sagen…  

Danke an alle, die sich wieder an Imbolc und die damit verbundenen naturverehrenden Kräfte erinnern…

Danke fürs Lesen bis hierher. Ich freue mich sehr, wenn ihr jetzt zurückgeht auf Facebook und den Beitrag dort liked UND teilt, Danke! 

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