Weihrauch - göttliches Opfer im Altertum

02.08.2018 19:49

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Weihrauchräucherungen - Opfer für die Götter...

Das Weihrauch-Harz verdankt seine Berühmtheit als Räucherwerk im religiösen Kontext hauptsächlich der Theorie des Opfers. In fast allen Kulturen der Menschheit wurden in Form von Ritualen Opfer dargebracht. Diese konnten aus den verschiedensten Gegenständen bestehen, das Spektrum reichte von Menschen- über Tier- und Trankopfer bis zu Getreide und Räucherwerk, hier vor allem Weihrauch und auch Myrrhe. Ein Opfer darzubringen, sollte nicht leichtfertig geschehen, im Gegenteil, es bedeutete, etwas unter Verzicht zu spenden. Damit verbunden war natürlich eine konkrete Erwartung und ein Nutzen: Im Vorfeld eines möglichen befürchteten Ereignisses hofften die Menschen darauf, ihre Götter besänftigen und gnädig stimmen zu können, so dass das Ungemach erst gar nicht über sie hereingebrochen ist. Wenn jedoch Krankheit, Not und Übel bereits grassierte, sehnten die Menschen mit einem Bittopfer Besserung herbei. Trat das Erhoffte ein, folgte ein Dankopfer.

Das römische Reich zeigte sich übrigens sehr sozial, was die Menge der geopferten Weihrauchkügelchen angeht: Konnte ein Armer nur wenige Krümelchen Weihrauch aus seinem bescheidenen Vorrat darbringen, so durfte das auf keinen Fall geringer gewertet werden als der üppige Griff in die große Schale eines Mannes aus der reicheren Bevölkerungsschicht.  

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