Was bedeutet Imbolc, Lichtmess?

24.01.2018 07:04

Lichtmess-Imbolc-Bedeutung-des-Jahreskreisfestes

Die Reinigung steht im Mittelpunkt

Es gab zahlreiche Versuche, der Entstehung des keltischen Festes Imbolc auf die Spur zu kommen. Im Ursprung ist es wohl kein Fest des Jahresbeginns gewesen. Der Begriff Imbolc macht lediglich deutlich, dass es um die rituelle Reinigung von den Härten des Winters ging. Die etymologische Deutung von in der Bauchhöhle mit dem Hinweis auf die noch ungeborenen Lämmer im Bauch der Schafe, scheint auf die fehlerhafte Interpretation eines irischen Sprichworts zurückzugehen. Glaubwürdiger dagegen ist die  Auslegung des französischen Linguisten Joseph Vendryes für die irischen Wortteile imb (um) und folc (waschen, baden, reinigen) als Begriff der Reinigung, der „Rundum-Waschung.“

Die wenigen volkskundlichen Überlieferungen machen zumindest eines deutlich: Die alten Rituale bezogen sich häufig auf einen Hauskult, in dessen Mittelpunkt eine intensive Reinigung stand. War alles sauber und ordentlich, wurde die keltische Göttin Brigidt – als heilig gesprochene Brigida von Kildare, eine der Schutzheiligen Irlands – eingeladen und darum gebeten, für die kommenden zwölf Monate Haus und Hof zu schützen. In manchen Regionen fertigten die Keltenchristen jetzt aus Strohhalmen das sogenannte Sankt-Brigids-Kreuz.

In der irischen Mythologie steht die Göttin Brigit oder Brigid an Imbolc im Mittelpunkt. Sie war die Göttin des Feuers, des Herdes, der Heilung und Geburt. Brigid bringt das Eis zum Schmelzen und erwärmt mit ihrem Feuer die gefrorene Erde. Als Schutzheilige des Schmiedehandwerks wachte sie über das formbare Eisen ebenso wie über die ab Imbolc zu schmiedenden Pläne und Vorhaben der Menschen. Diese müssen jetzt innerlich reifen, wenn es im Herbst eine Ernte geben soll. In Darstellungen umlodern Feuerzungen Brigids Kopf – ein Sinnbild dafür, dass sie das innere Feuer und die Intuition entfachte.  

Die Züge der uralten Muttergöttin, die in jeder Kultur eine Selbstverständlichkeit waren und für Fruchtbarkeit und Schutz sorgten, setzen sich in ihr fort. Eng verbunden mit der Göttin Brigid ist die Birke mit ihren Frühjahrskräften. Wie kein anderer Baum steht sie für Reinigung und Neubeginn. Sowohl Brigid als auch Birke gehen beide auf den Wortstamm glänzend oder hell zurück, was sich bei Brigid auf ihre frühlingshafte Erscheinung bezieht und bei der Birke auf ihren hell glänzenden Stamm. Der Trend, im beginnenden Frühjahrden Stoffwechsel mit den reinigenden Kräften von Birkensaft und den ersten Kräutern wie Löwenzahn, Gänseblümchen oder Brennnessel zu aktivieren, knüpft damit gewissermaßen an die Tradition des reinigenden Imbolc-Festes im Sinne der Bedeutung einer „Rundum-Reinigung“ an.

Im frühen Mittelalter und im Zuge der Christianisierung Irlands verlagerten sich die Funktionen der keltischen Brigid auf die Heilige Brigitte, die am 1. Februar gestorben war. Die Verehrung hatte jedoch nichts mehr mit Imbolc zu tun, sondern fand im Kult um eine zum Christentum konvertierte einstige Heidin ihren Ausdruck. Als eine der drei wichtigsten Schutzheiligen Irlands wurden ihr herausragende Leistungen zugeschrieben, die an die göttliche Brigid erinnern: die Vermehrung von Speisen, Met und Gerste, die Segnung von Apfelbäumen, die Förderung von Ehe und Mutterschaft sowie die Aufgabe als Helferin bei den Geburten und in Notsituationen.

Am 2. Februar werden traditionell die Tannenbäume aus den Kirchen geräumt und die Krippefiguren wieder verstaut. Dieser Tag markiert das letzte Fest, das sich noch auf die Weihnachtszeit bezieht und diese abschließt. Der biblische Bezug dafür stammt aus dem Alten Testament: Frauen galten 40 Tage nach der Geburt eines Sohnes und 80 Tage nach der Geburt einer Tochter (!!!) als unrein. Sie mussten sich im Tempel einer kultischen Reinigung, die das Opfern eines Lammes oder einer Taube umfasste, unterziehen. Ab dem 25. Dezember gerechnet ist das Ende der 40 Tage am 2. Februar erreicht.

Die Bedeutung von Lichtmess veränderte sich also. Das Fest wurde nicht mehr aus dem Wechsel der jahreszeitlichen Kräfte abgeleitet, sondern errechnet. Die reinigende Kraft der jahreszeitlichen Stimmung wurde kultisch mithilfe eines kirchlichen Rituals hervorgehoben, das mit der weiblichen Unreinheit nach einer Geburt begründet wurde und nicht mit den erwachenden Körpersäften im Frühjahr...

Der heidnische Vorläufer, der die Wiederkehr des Lichtes feierte, war eine Sühneprozession, die ursprünglich im alten Rom abgehalten wurde. Mittelpunkt dieses Festes waren das Weihen von Kerzen und eine Lichterprozession. Daraus leitete sich dann Mariä Lichtmess ab. Die Kerzen für das kommende Jahr wurden als Sinnbild für das Licht geweiht, das Marias Sohn Jesus Christus in die Welt brachte. Beim innigen Beten oder bei Unwettern zündeten die Gläubigen eine geweihte Kerze an, um göttlichen Beistand oder Schutz zu erbitten. Ein weiteres heidnisches Lichtmess-Symbol, das im christlichen Brauchtum weiterlebte, war das Aufhängen eines aus Wachs geformten Drudensternes, eines Pentagrammes. In der altdeutschen Mythologie werden darunter weibliche Nachtgeister verstanden, die auf den Menschen heilsam oder verderblich wirken können. Der Drudenfuß oder das Drudenkreuz, auch Fünfstern genannt, sollten vor anderen Druden oder Geistern schützen. Er war sogar als Symbol für Gesundheit bekannt und stand für den Kreislauf des Lebens. Über der Stalltür angebracht, sollte er die Tiere gesund halten. 

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