Weihrauch & THC - Mythos oder Wirklichkeit

02.08.2018 20:13

Weihrauch-THC-Gehalt

Der Weihrauch-THC-Mythos...

Hat er nun oder hat er nicht? Um diese Frage rankt sich mehr Wunschdenken als Wirklichkeit. Fakt ist: Weihrauch hat eine psychoaktive Wirkung. Jedoch hat jedes Räucherwerk eine psychoaktive Wirkung. Das hat mit dem Weg der Duftstoffe in unser Gehirn zu tun. Denn die Duftstoffe gehen über den olfaktorischen Cortex, das Riechhirn, als Information direkt in das limbische System, Teil des Stammhirns. Dort ist die Steuerungszentrale der emotionalenr Prozesse wie auch des Erinnerungsvermögens beherbergt.

Vereinfacht ausgedrückt, wandelt das limbische System die Duftinformationen so um, dass wir sie unmittelbar körperlich wahrnehmen können bevor das schlaue Großhirn mit seiner Willenskraft das verhindern könnte. Führen wir dem limbischen System über das Riechorgan also etwas zu, das ihm gefällt, sind wir in bester Stimmung und fühlen körperliche Beschwingtheit und Leichtigkeit. Umgekehrt gilt natürlich dasselbe: Ein unangenehmer Geruch schlägt aufs Gemüt, wir werden unlustig und fühlen uns demotiviert. Widerwärtiger Gestank kann sogar regelrecht körperliche Übelkeit bis hin zum Erbrechen auslösen.

Lange Zeit hielt sich der Verdacht, Weihrauch sei THC-haltig und habe somit den gleichen Wirkstoff wie Cannabis. Ein tatsächlicher Nachweis steht jedoch bis heute aus. Wissenschaftlich belegt ist jedoch seine stärkere psychoaktive Wirkung als die anderer Harze. Denn Duft und Rauch des Harzes stimulieren und beruhigen nachweislich das Gehirn und dank seines Inhaltsstoffes Incensol soll es sogar positiv Ängste und Depressionen beeinflussen. Wir können also davon ausgehen, dass die Wiedereinführung der Verwendung des Weihrauchs in der Kirche strategisch überaus schlau war: Nicht nur Predigten, Gesänge, zeremoniale Handlungen und beeindruckende Bauten sollten den Kirchgängern die richtige Seelenlage bescheren, sondern auch „Drogen“ wie Weihrauch.

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