Steinklee räuchern

Merkmale, Besonderheiten

Steinklee, auch Honigklee genannt: Melilotus officinalis

Weit verbreitet an Weg- und Ackerrändern zieht der bis zu 1 m hoch werdende Steinklee durch seine leuchtend gelben, traubigen Blütenstände die Blicke auf sich. Wir finden ihn weit verbreitet auf Unkrautfluren, Schuttplätzen, Kiesgruben und Steinbrüchen, was ihm seinen Namen eingebracht hat. Seine Blütezeit reicht von Juni bis September, in dieser Zeit kann er selbst gesammelt werden und ist nach einer Trocknungszeit von ca. 3 Wochen gebrauchsfertig zum Räuchern. Geschnittenes Steinklee-Kraut als Handelsware stammt überwiegend aus Osteuropa. Steinklee ist aufgrund seines feinen Aromas auch eine begehrte Zutat in Räucherkräuterstäben. Rotklee, Trifolium pratense, ist ein weniger gebräuchliches Räucherwerk. Seine Blüten geben einer Liebes-Räuchermischung jedoch einen schönen Farbtupfer in kräftigem Rosarot.  

Wie duftet Steinklee, Honigklee beim Räuchern?

Das gesamte Kraut des Steinklees duftet getrocknet sehr intensiv aufgrund seines Gehaltes an Cumarin- leicht süßlich, warm, wie frisch geschnittenes Heu. Der Duft erinnert an Waldmeister und Süßgras bzw. Mariengras, womit es auch gut gemischt werden kann. Beim Räuchern verfliegt das Aroma schnell, kaum, dass wir ihn mit einem tiefen Atemzug wahrnehmen. Es reicht jedoch, um uns Wohlbefinden, Entspannung und ein Gefühl inneren Friedens zu schenken. Zudem erdet der Duft. Diese Wirkung verstärkt sich in einer Räuchermischung aus Myrrhe und/oder Opopanax. In den alternativen Namen Mottenklee oder Schabenkraut zeigt sich noch eine weitere Wirkung: Die unliebsamen Tierchen vertrieb der Duft aus Küche und Kleiderschränken.

Kulturelles, Mythologisches

Im lateinischen Namen meli für Honig und lotos für Klee finden sich die volkskundlichen Assoziationen zu Duft und Aussehen. Bereits im Mittelalter war diese Kleesorte für ihre vielfältigen Wirkungen bekannt: Salben, Tinkturen, Pflaster und Kräuterkissen brachten Erleichterung bei Gelenkschmerzen und eitrigen Wunden. Und nicht nur Getränke wurden damit aromatisiert, auch im Schnupftabak war der Steinklee eine geschätzte Zutat.