Raunächte 2019

Als Rauhnächte wird die Zeit zwischen dem 24. Dezember und dem 06. Januar bezeichnet. Die Schreibweise variiert oft: Raunächte ohne h, Rauhnächte mit h. Die ursprüngliche, traditionelle Schreibweise ist ohne h.

Diese Zeitphase im Jahr wird auch als 12 heilige Nächte bezeichnet. Im Alltag sprechen wir auch oft von der Zeit zwischen den Jahren, denn das alte ist noch nicht zuende, das neue hat noch nicht begonnen. Damit geben wir einer Art Übergang oder Schwebezustand Ausdruck.

In früheren Zeiten waren die Rauhnächten mit mythologischen Vorstellungen verbunden: Jetzt brauste der nordische Ekstasegott Wotan, auch Odin genannt, mit seiner wilden Jagd, seinem Totenheer, durch die Lüfte. Er wurde mit seinem Heer mittels Räucherungen, einer Kerze im Fenster und einem Pentagramm aus Mehl auf dem Boden des Gehöfts ausgestreut eingeladen, um Glück, Gesundheit, Fruchtbarkeit und Segen auf den Hof und für seine Bewohner zu bringen. Erst im Mittelalter verkehrten sich die Vorstellungen von Wotans wilder Jagd: Jetzt musste man sich vor ihr schützen, denn sie verbreitete Angst und Schrecken. Damit sollten im Christentum heidnische, ehemals positive Vorstellungen ins Gegenteil verkehrt werden und den Menschen ausgetrieben werden. Mit den Rauhnächten war auch allerlei Aberglauben verbunden, der für die Menschen damals viel Sinn machte: Geliehenes musste zurück gebracht, Schulden beglichen, keine Wäsche gewaschen und nicht das Spinnrad benutzt werden, uvm.