Waldweihrauch

31.01.2017 14:12

Als " WALDWEIHRAUCH " bezeichnet das Volksbrauchtum die Harze der heimischen Nadelhölzer, die allgegenwärtig in unseren Wäldern zu finden sind. Dies sind vor allem die FICHTE (Picea abies) und die WALDKIEFER (Pinus sylvestris). Da sich die Bevölkerung in den ländlichen Gegenden zu früheren Zeiten keine teuren exotischen Harze leisten konnte, wurden diese Harze gesammelt und entsprechend dem kirchlichen Vorbild als Räucherwerk verwendet. Sie sind unsere einzigen heimischen Harze, da in unserem Klima nur Nadelhölzer geeignete Räucherharze bieten. Dadurch leitet sich der Name "Waldweihrauch" ab, aber der Gebrauch dieser Harze reicht viel weiter zurück: Bereits unsere ur-europäischen Ahnen, die Germanen und Kelten, nutzten sie als Geschenke der heiligen "Lichtbäume" und es ist davon auszugehen, dass auch die Menschen in der Steinzeit dieses Wissen schon besaßen. Somit stellen "Waldweihrauch" und allgemein die Harze der heimischen Nadelhölzer einige unserer ältesten und traditionellsten Substanzen zur Erzeugung von duftendem und heilendem Rauch dar. Sie stehen für unser uraltes, ur-europäisches Brauchtum schlechthin, zu dessen ritueller Begleitung und Belebung, zum Beispiel im Jahreskreis, sie jederzeit geeignet sind. Besonders um die Zeit von Wintersonnenwende und Lichtmess sind sie die passenden Räuchersubstanzen, da die Nadelhölzer als immergrüne Bäume in der dunklen Jahreszeit das Leben und ihre goldenen Harze das Sonnenlicht schlechthin repräsentieren. Ihr Wirkspektrum reicht vom Lichtaspekt zu Reinigung und Erneuerung, sie klären die eigene Perspektive und befreien den Geist von düsteren Gedanken. Physisch haben sie besonders bei Erkältungskrankheiten gute Heilwirkungen zur Befreiung der Atemwege, ferner wirken sie desinfizierend und vertreiben negative Schwingungen oder Energien.  Das angebotene Harz ist entsprechend dem historischen Vorbild eine Mischung aus Fichte und Waldkiefer, wie sie in den Wäldern gefunden wurde. Es gibt zurzeit aber auch pures Harz von der Fichte im Shop. Diese Harze wurden diesen Winter um die Sonnenwende in den Wäldern Süddeutschlands von Hand nach naturspirituellen Ritualen und während langer, meditativer Wanderungen gesammelt. Sie befinden sich im originalen naturreinen Fundzustand, sind also nicht gereinigt und enthalten deswegen auch noch Reste von Nadeln, Holz oder Rinde. Diese Harze sind meistens ausgehärtet und lange gealtert, weswegen sie einen sehr tiefen, balsamischen Duft entwickeln. Äußerlich oft verwittert, zeigen sie im Inneren leuchtend goldgelbe, orangene, bräunliche und leicht violette Färbungen.   Autorin (Text & Fotos): Caroline Maxelon / BUSSARDFLUG.de