Mistel räuchern

Viscum album

Mistelgewächse Halbschmarotzer, auf Bäumen lebend weltweit Blätter

Merkmale und Besonderheiten

Die immergrüne Mistel ist ein kugelförmiger Strauch, die mit dem Holz bestimmter Wirtspflanzen verbunden ist und von dort Nährstoffe bezieht. Ihre grünen Blätter sind zweijährig und versorgen die Pflanze mit Energie aus dem Sonnenlicht (Fotosynthese). Ihre Samen sind von einem schleimigen Fruchtfleisch umgeben und werden von Vögeln verbreitet. Zum Räuchern verwenden Sie die Blätter.

Wirkung und Anwendung

Die Signatur macht deutlich, dass diese magische Pflanze in der Zwischenwelt beheimatet ist – sie lebt zwischen Himmel und Erde. Dadurch eignet sie sich für Räucherungen in Schwellensituationen oder bei biografischen Übergangen. Der sehr krautige, eher unscheinbare Duft ist ein guter Begleiter, wenn man die Qualität der Jahreskreisfeste im Winterhalbjahr und in den Raunächten kennenlernen möchte. Er passt gut bei Räucherungen, in denen Segen und Schutz im Mittelpunkt stehen.

Was kann mit Mistel gemischt werden?

Die Mistel verträgt sich gut mit Eichenrinde, Birke, Dammar, Zaubernuss (Hamamelisblüten), Mastix, Weihrauch, Alantwurzel und Meisterwurz.

Für eine Räucherung zum 21. Dezember, dem Jahreskreisfest der Wintersonnenwende, und in den Raunächten, können Sie folgende Mischung machen:

2 Teile Wacholder (Beeren, Spitzen, Holz), Prise Drachenblut, 1 Teil Mastix, 1/2 Teil Efeublätter, 2 Teile Mistel,  1/2 Teil Weihrauch, 1 Teil Meisterwurz, 1 Teil Angelikasamen.

Mistel in Kultur und Mythologie

In der germanischen Mythologie ist die Mistel das einzige Wesen, das keinen Eid geschworen hatte, den Lichtgott Baldur nicht zu schädigen. Deswegen konnte der von fast allen Göttern heiß geliebte Lichtgott Baldur von Loki durch einen aus der Mistel geschnitzten Pfeil getötet werden.

Gleichzeitig steht in der Mythologie die Mistel als Symbol für die Wiedergeburt der Sonne, in ihr lebt sie praktisch weiter. Denn sobald die Sonne ihren Tiefpunkt, nämlich am 21. Dezember an Wintersonnenwende, überwunden hat, und der Lichtgott (Baldur) neu geboren wird, wurde mit den Mistelzweigen die Räume geschmückt.

Die Mistel war zudem für die keltischen Druiden und Priester etwas außerordentlich heiliges. Besonders die Eichenmistel hatte es ihnen angetan. Sowohl die Eichenmistel selbst als auch die Eiche, auf der sich diese angesiedelt hatte, wurden verehrt. Deswegen wurde diese für die Druiden heilige Pflanze nur mit einer goldenen Sichel und ausschließlich zu ganz bestimmten Zeitpunkten geerntet. Das erfahren wir ausführlich, jedoch auch als einzige Quelle aus einer deutschen Übersetzung eines Berichtes von Plinius. Die Priester unter den Druiden sollen besonders die Wintereiche verehrt haben und damit auch das, was auf ihr wuchs, wie eben die Mistel. Nur mit einer goldenen Sichel, so die Überlieferung, und in weißem Gewand durften die Priester sie ernten. In Getränke gemischt soll sie dem Vieh Fruchtbarkeit geschenkt haben und hatte den Ruf, ein Heilmittel gegen alle Gifte zu sein. 

Auf Anregung des großen Pflanzenkenners Rudolf Steiner wurde das magische Kraut zu einem bedeutenden Krebsheilmittel.