Mariengras, Süßgras räuchern

Heilpflanze, Gras-Art, auch Ruchgras, Vanillegras, Büffelgras, Duftgras genannt

Botanisch: Hierochloe odorata

Vorkommen: Europa, Asien, Nordamerika

Botanische Merkmale, Vorkommen

Die Familie der Süßgräser kann wahrlich als Mega-Großfamilie bezeichnet werden, nimmt sie doch für sich in Anspruch, über ca. 12.000 verschiedene Arten unter ihrem Familiendach zu vereinen. Auch Getreide wie Hafer, Weizen, Gerste, Hirse, Roggen, etc. gehören in die Süßgräser sowie das äußerst wohlduftende Mariengras, Duftgras, Vanillegras und Büffelgras.

Eine sehr geeignete, grasgrüne und stark nach Cumarin duftende Sorte wird zum Räuchern verwendet. Es ist das "Duftende Mariengras", das im Räucherbereich jedoch schlicht als "Süßgras" bezeichnet wird, gleichwohl das eine ganze Pflanzenfamilie umfasst. Diese leichte Namens-"Verschiebung" haben wir vermutlich der Übersetzung zu verdanken, denn in Nordamerika, von wo das Süßgras in großen Mengen stammt, wird es als "Sweet Grass" und gelegentlich auch als "Vanilla Grass" bezeichnet. Den deutschen Namen Mariengras haben die dunkelgrünen Halme der Mutter Maria zu verdanken. Wir finden es in heimischen, jedoch feuchten Gefilden.

Auch das Ruchgras, Anthoxanthum odoratum, wächst auf heimischen Wiesen. Ihm entströmt in getrocknetem und geräucherten Zustand ebenfalls ein starker Cumarinduft, der viele Menschen an den intensiven Duft von Waldmeister erinnert.

Wie riecht Süßgras?

Nach Cumarin, Heu und Waldmeister. Warm, weich.

Wie wirkt Süßgras beim Räuchern?

Zur Steigerung der Sinneslust und für eine zuversichtliche Stimmung. Verspricht Entspannung, Regeneration, Ruhe und Hoffnung. Heilsam auf Niere und Schilddrüse. Das wunderbare Aroma von Süßgras bzw. Mariengras breitet eine heiter-sinnliche Stimmung aus, öffnet das Herz, flüstert uns tröstende Worte ins Ohr, schenkt dem Körper und den Nerven eine Welle der Entspannung und sorgt für inneren Frieden.

Bei uns ist es auch unter dem Synonym Mariengras bekannt. Sein Verwandter, das Süßgras aus Nordamerika, ist noch aromatischer: Sein betörender Duft erinnert an getrocknetes Heu. Es gibt kaum jemanden, der darauf nicht positiv reagiert. Leichtigkeit, Wärme und Gemeinschaft verbinden wir mit diesem Aroma. Es öffnet die Herzen und erfreut. In der indianischen Räuchertradition gehört es zu den wichtigsten Räucherkräutern. Es soll außerdem die  weiblichen Eigenschaften stärken und positive Energien anziehen.

Kulturelle Hintergründe

In Polen verleiht das Bisongras dem Nationalgetränk Zubrowka ein charakteristisches Aroma im Wodka. In seiner indianischen Heimat ist das Süßgras in allen Räucher-Zeremonien anzutreffen, denn es soll alle guten Geister und Begleiter anziehen. Es wird in Schwitzhütten, Reinigungsritualen und bei der Visionssuche eingesetzt und empfohlen, um die weiblichen Urkräfte zu stärken.

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