Galbanum

Harz

Botanisch: Ferrula gummosa, Ferrula galbaniflua, Doldengewächs

Vorkommen: Afghanistan, Iran, Syrien, Arabien, Ostindien

Botanische Merkmale und Vorkommen

Galbanum ähnelt stark dem Fenchel. Es ist eng verwandt mit Teufelsdreck, auch Stinkasant genannt, das in der ayurvedischen Lehre ausgleichend auf die drei Doshas wirkt. Das Einritzen in der Nähe der Wurzel lässt das Gummiharz austreten. Beim Räuchern wird das zum Teil knetartige oder bereits ausgehärtete Harz verwendet.

Was kann mit Galbanum gemischt werden zum Räuchern?

Sandelholz, Zedernholz, Sandarak, Dammar.

Auch schön in Mischungen mit Myrrhe, Elemi, Opopanax, schwarzem Copal, Angelikawurzel und -samen.

Wie riecht Galbanum?

Sein Duft ist vielfältig, wir nehmen sowohl eine exotische Note wahr, jedoch auch etwas sehr bodenständig würzig, krautig, erdiges. Bei weiteren Duftimpulsen nehmen wir etwas balsamisch-süßliches wahr, jedoch mit einer dunklen, tiefen Basis-Duftnote.

Wie wirkt Galbanum?

Früher wurde Galbanum zu den medizinisch wirksamen Räucherstoffen gezählt. Heute dürfen wir lediglich behaupten, dass es entspannen, beruhigen, erden und zentrieren kann. Es kann innerliche ruhige machen und gereizte Stimmungen ausgleichen. Auch bei Ängsten und innerlichem Hochdruck kann es die Anspannung nehmen und auf starke Emotionen ausgleichend wirken und sogar Angstzustände und Stress mildern. Weitere Wirkaspekte, die einer Räucherung mit Galbanum zugeschrieben werden, sind:

- zur Steigerung der Konzentration steigern

- für klare Gedanken und innere Weite

- Tiefenentspannung.

Galbanum bereichert Räuchermischungen, indem es die anderen Stoffe verbindet und den Duft intensiviert.

Auch als Mutterharz bekannt, wurde es früher bei typischen Frauenleiden angewendet. Schwangere sollten es wegen der abtreibenden Wirkung vermeiden.

Besonderheiten:

Optisch macht Galbanum leider nichts her. Auch in der Verarbeitung macht es uns das Harz etwas schwer, es ist leicht zäh, ein bisschen wir ganz fester Knet. Am besten im Tiefkühlfach aufbewahren, dann können ganz einfach kleine Stückchen abgebrochen werden. Die Mühe jedenfalls wird belohnt, ein sehr aromatischer Duft entströmt dem dunkelbraunen Harz.

Kulturelle Hintergründe

In der Bibel wird Moses von Gott die Rezeptur für eine Räucheropfer – Mischung mit Galbanum eingegeben, es durfte jedoch nicht für „weltliche“ Zwecke verräuchert werden. Auch im antiken Ägypten war es luxuriöser Bestandteil von Zeremonien und wurde zum Einbalsamieren genutzt. In Griechenland zu Dioskurides Zeiten, dem berühmtesten Pharmakologen des Altertums, verräucherten die Menschen es zum Vertreiben von Geistern und Dämonen und sogar, um Geisteskranke von ihren Leiden zu befreien.