Fichtenharz

Fichtenharz, Fichtennadeln räuchern

Picea abies, Kieferngewächs, Baum

Vorkommen:  Europa

Botanische Merkmale und Vorkommen

In Europa gedeiht das harzhaltige Nadelholz bis in den hohen Norden und Zentralfrankreich. Die  immergrünen Bäume können bis zu 25 m hoch werden. Am Stamm kann natürlicher Harzaustritt erfolgen, der gesammelt werden kann, jedoch ohne den Baum zu verletzen. Das vom Terpentingehalt durch Erhitzung gereinigte Fichtenharz wird auch Burgunderharz oder resina alba genannt, das früher zu medizinischen Zwecken benutzt wurde, Kenner räuchern es allerdings nicht.  Zum Räuchern geeignet ist das dunkle, trockene Harz, die Nadeln und harzbedeckte Zapfen. Helles und noch klebriges Harz sollte gelagert werden zum Trocknen, sonst sticht der Terpentinanteil beim Verräuchern zu sehr in die Nase.

Wozu passt Fichtenharz beim Räuchern?

Es verträgt sich gut mit vielen heimischen Räucherpflanzen wie Wacholderholz, -nadeln, -beeren, Beifuß, Wermut, Eibe, Thuja, Mistel, Efeu, Stechpalme und weiteren Harzen wie weißem Copal und Bernstein.

Wie wirkt Fichte beim Räuchern?

In Ahnenräucherungen unterstützt es, um alte Verstrickungen zu lösen, die aus vergangenen Generationen bis heute wirken. Dazu kann es mit Bartflechte gemischt werden. Es hilft, die innere Mitte zu stärken, sich aufzurichten und sich wieder „besser beieinander“ zu fühlen. Das Harz verströmt einen warmen, waldigen und heimeligen Duft, der auch etwas schützendes und gleichzeitig belebendes hat. Es ist ein typischer Weihnachts- und Duft für die Rauhnächte und eine Art „Alleskönner“, der in stärkende und kräftigende Mischungen passt.

Fichtenharz in einer Hausräucherung

Die Anwendung von Fichtenharz beim Haus ausräuchern kann den Effekt haben, dass Dinge, die in einem sehr alten Haus über einen langen Zeitraum nicht zur Sprache gekommen sind und unter den Teppich gekehrt wurden, an die Oberfläche kommen können und geheilt und befriedet werden können. 

Kulturelle Hintergründe

Eines der letzten germanischen Baumheiligtümer, das im Auftrag Karls des Großen gefällt wurde, war eine riesige, uralte Fichte, genannt Irminsul. Früher wurden in der Walpurgisnacht Fichtenzweige zum Schutz vor Hexen in den Misthaufen gesteckt. Darin spiegelt sich die alte keltische Verehrung der Fichte als schützender Mutterbaum und Wohnort guter Naturgeister. Als immergrüner Baum verkörperte die Fichte den ewigen Kreislauf des Lebens und zog so als heidnisches Symbol in das christlich geprägte Wohnzimmer zu Weihnachten ein.

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